P I K S Institut für angewandte Kybernetik und interdisziplinäre Systemforschung FriLLog
Management- und Führungs-Prozesse
Wissensmanagement und Wissenskultur

Nachdenkliches und Differenziertes über Wissen und Lernen in Unternehmen und anderen Organisationen:
  • Kritische Gedanken zum Wissensmanagement
  • Struktur- und Verhaltensmorphologie zum Thema ‘Wissen’
Verschiedene Studien zeigen, dass nach der Entdeckung der Wissensgesellschaft Wissen und Wissensmanagement als unternehmens- und organisationsstrategischer Faktor immer stärker in den Fokus geraten. Ob damit auch die strategische Bedeutung von Wissen und Wissensmanagement steigt, muss als zweite Frage separat gestellt werden. Die IT-Zentrierung vieler Unternehmenskulturen (wenn sie denn solche sind) suggeriert, dass Tools die Lösung bzw. Bewältigung dieser Problemstellung darstellen. Dabei wird oft verkannt, dass aufgerüstetes Dokumentenmanagement noch lange kein Wissensmanagement, keine lernende Organisation, kein gebildetes Unternehmen und keine Managementbildung etc. darstellen.

Vielmehr ist die Führungsfähigkeit der Unternehmens- bzw. Organisationsleitung gefragt, die Wissensstrukturen freilegen und dem Unternehmens- bzw. Organisationsnutzen zuführen muss bzw. sollte. Dies bedarf Führungskompetenz, die oft noch personell und personen-spezifisch in den Unternehmen entwickelt werden muß. Große Bedeutung kommt dabei der Einsichtsfähigkeit der obersten Entscheidungs- und Verantwortungsträger zu, Wissenskultur und damit Wissensmanagement zuzulassen, zu ermöglichen, zu fördern und zu führen.

Die Ausbildung von Führungskräften, weder an staatlichen Institutionen wie Hochschulen etc. aber auch bei privaten Weiterbildern entspricht oft nicht den tatsächlichen Reifeanforderungen der Praxis. Hier stellt sich die Forderung nach einem Umdenken über Führungsausbildung, denn wir werden uns auf eine menschenzentrierte Gesellschaft hin bewegen mit einem großen Umweg über die IT-Zentrierung.

Wissensmanagement, Wissenskultur, Wissensorganisation etc. muss auch vor dem Hintergrund relevanten Wissens gesehen werden. Es muss bewußt werden, dass Relevanz kurz-, mittel- und langfristig bestimmt, was verfällt und was dauerhaft ist bzw. kontinuierlichen Veränderungen unterliegt. In Zeiten hoher Geschwindigkeitsforderungen an viele Prozesse ist diese Frage überhaupt noch nicht hinreichend geklärt. Andererseits muss dem Trend entgegengetreten werden, der fördert, dass Führungsverantwortung, auch für Wissenskultur, in IT-Strukturen entsorgt wird.

Man wird sich aus der Sicht der Führung nicht der Aufgabe, die soziomorphe und technomorphe Wertschöpfung, die Managementleistung und die Befriedigung der Anspruchsgruppen von bzw. an Unternehmen bzw. Organisationen auszubalancieren und gleichzeitig kontinuierliche Wandlungsvorgänge zu bewerkstelligen, entziehen können. In diesem Aufgabenrahmen ist Wissen und dessen Nutzung eingebettet. Es hochzustilisieren als eine neue Mode entwertet den guten Sinn. Folglich kommt es auf den richtigen Ansatz, die richtige Gewichtung und die richtige Umsetzung an.